• Seite vorlesen
  • Auf LinkedIn teilen

Runder Tisch "Wirtschaft & Migration"

Arbeitsmarktsituation von geflüchteten Ukrainer:innen in Graz

19.10.2026

Welche Möglichkeiten gibt es, die Integration von geflüchteten Ukrainer:innen in den Arbeitsmarkt zu verbessern? Warum nutzen Unternehmen das Potenzial gut ausgebildeter, sprachlich versierter Ukrainer:innen nicht in größerem Umfang? Wird erkannt, dass diese Fachkräfte später auf dem ukrainischen Markt eingesetzt und diesen bearbeiten werden können? Gibt es die Möglichkeit Mentoringprogramme auszudehnen? Für welche Unternehmen ist die Ukraine interessant?

Mit diesen Kernfragen und vielen mehr haben sich am 16. Oktober im Grazer Lendhafen verschiedenste Vertreter:innen und Expert:innen aus dem Bereich „Arbeitsmarktpolitik & Integration" auseinandergesetzt. Nach einer kurzen Darstellung der aktuellen Situation stand vor allem der Vortrag von DI Wolfgang Anzengruber, Regierungskoordinator für den Wiederaufbau der Ukraine, im Fokus.

V.l.: Walter Slupetzky (Quintessenz), Andrea Darvishzadeh und Andrea Keimel (Abteilung für Wirtschafts- und Tourismusentwicklung), Regierungskoordinator für den Ukraine-Wiederaufbau DI Wolfgang Anzengruber und Stefan Kaltenegger (B-Mobility)

In seiner Funktion als Regierungskoordinator bestätigt DI Wolfgang Anzengruber, dass der Wiederaufbau bereits am Laufen ist. Er gab Einblicke in die aktuelle wirtschaftliche Situation der Ukraine und die Möglichkeiten für österreichische Unternehmen im Rahmen des Wiederaufbaus. Für diese Unternehmen, die sich in der Ukraine neu ansiedeln möchten, könnten ukrainische Flüchtlinge als Beschäftigte eine wichtige Brückenfunktion einnehmen, da sie mit ihrem Wissen, ihren Sprachkenntnissen und dem Blick fürs Land Unternehmen unterstützen könnten. Gerade für kleinere sowie mittlere Unternehmen sind gute Netzwerke, verlässliche Informationen sowie konkrete Anknüpfungspunkte vor Ort für neue Projektumsetzungen von entscheidender Bedeutung. Es gilt nun, aus bestehenden Kontakten und vorhandenem Potenzial konkrete Projekte sowie Partnerschaften zu entwickeln.  

Nach wie vor stehen geflüchtete Ukrainer:innen vor dem Problem der Anerkennung ihrer Ausbildungen, da die Ausbildungen nicht eins zu eins mit österreichischen Ausbildungen vergleichbar sind. Hervorgehoben werden kann jedoch sehr klar, dass das Ausbildungsniveau sehr hoch ist - zudem ist der Abschluss hinsichtlich Schnelligkeit und Sprachniveau bei Deutschkursen äußerst positiv hervorzuheben. Es braucht ein verstärktes Netzwerk - einen sogenannten „Contact Point", um die Verknüpfung zwischen Ukrainer:innen und Wirtschaftsbetrieben, die das Potenzial in der Ukraine nutzen möchten, herzustellen und diese Informationen auch in der ukrainischen Gemeinschaft breiter zu streuen. 

Am Diskurs teilgenommen haben Vertreter:innen der Industriellenvereinigung, des AMS, des CINT, des Vereins für Bildung und Management „inspire", des Integrationsreferates sowie Referates für „Arbeit und Beschäftigung" der Stadt Graz, der Abteilung „Soziales, Arbeit und Integration" des Landes Steiermark, des interkulturellen Beratungs- und Therapiezentrums „Zebra" und des Österreichischer Integrationsfonds.

Mag. Andrea Darvishzadeh-Nowruzali | Tel.: +43 316 872-4821 | andrea.darvishzadeh-nowruzali@stadt.graz.at